Die Krähe ist ein echt cooles Tier!

Eine schnelle Zustellung von Unterlagen oder kleinen Paketen erfolgt im heutigen Arbeitsalltag oft per Fahrrad Kurierservice: sobald es um echten Lastentransport geht, wird meist automatisch auf konventionelle KfZ-Transportdienste zurückgegriffen. Das muss sich ändern! Wir haben mit Jérôme von Crow Cycle Courier Collective, kurz Crow über eine neue, nachhaltige Form der urbanen Logistik gesprochen.

Wieso die Krähe als Name? Weil sie so unglaublich intelligent und erfinderisch ist und ihr Wissen weitergibt?
Gute Frage, die viel zu selten so offen gestellt wird. Zu den oben genannten Charakteristika kommt natürlich Schnelligkeit und Kraft, aber vor allem das kollektive Handeln. Krähen kommen gut alleine klar, sind aber auch enorm teamfähig. Als schnelle Lerner mit adaptiver Nahrungsaufnahme sind sie fast überall auf der Erde zu finden, stellen sehr selten eine Überpopulation dar und finden sich in allen Lebensräumen zurecht.

Dazu noch eine historische Beobachtung. Je mehr die für die Natur so schädliche Industrialisierung vorangeschritten ist, desto schlechter wurde der Ruf der Krähe. Je näher Kulturen aber an der Natur lebten (oder leben), desto höher und heiliger ist das Bild der Krähe. In einigen indigenen Stammkulturen Nordamerikas hatte die Krähe den Rang der höchsten Gottheit, sie war und ist Bewahrerin der Welten und Zusammenhänge und bisweilen die Macht, die Sonne einzufrieren! 

Ihr bezeichnet Crow als „Agentur für nachhaltige urbane Logistik”.
Dieser kleine Untertitel ist wichtig für uns. Als Erinnerung, wo wir hinwollen, und um diese Vision weiter nach außen zu tragen. Wir lieben diese Profession, aber wir wollen uns auch weiterentwickeln. Nur klassisch passiv auf Aufträge zu warten ist uns nicht genug. Wir haben den Anspruch, einen bleibenden Eindruck in der Logistik der Stadt zu hinterlassen. Viele Unternehmen, bei denen Logistik eigentlich im Kern steht, machen sich darüber kaum Gedanken. Sie buchen einen der großen Dienstleister und vertrauen darauf, dass schon alles klappen wird. Über den ökologischen Fußabdruck müssen wir erst gar nicht reden. Crow möchte diesen Kunden beratend zur Seite stehen und mit ihnen gemeinsam Konzepte für eine urbane Logistik entwickeln.

Die konstruktive Zusammenarbeit mit Partnern hat also einen hohen Stellenwert?
Das ist absolute Priorität! Wir möchten ein Vertrauensverhältnis, eine Beziehung in der beide Seiten sich auf eine gemeinsame Entwicklung einstellen; experimentieren, was geht, was geht nicht, und wie können wir es besser machen? Wir haben nicht den Anspruch, alles besser zu wissen und dann immer gleich zu verfahren. So bieten wir unsere Dienstleistungen individualisierter an, was sehr positiv aufgenommen wird.


„Radfahren ist für uns alles:  Gefühl, Freiraum, Zusammensein mit anderen Menschen, Training, Schmerz, Kontakt mit der Umwelt, Wahrnehmung, Antennen, Spaß, Sonnenbrand, Wald, Ausflug, Urlaub, Technik… – die Liste ginge ewig so weiter…

Wie funktioniert eine Organisation als Kollektiv?
Das heißt in erster Linie, dass wir Crow zusammen leiten und Entscheidungen gemeinsam treffen. Es gibt keine feste Hierarchie, keine Geschäftsführung. Das Geschick unseres Projekts steuern wir über unsere Arbeitsgruppen. Diese haben Kompetenzen zugeteilt und so einen gewissen Handlungsfreiraum, aber im Kollektiv hat jedes Mitglied immer ein Vetorecht. Wenn das nicht ausgeräumt wird, geht es erstmal nicht weiter: niemand soll überfahren werden. Wir möchten, dass die besten Ideen umgesetzt werden, nicht die von einzelnen Personen mit dem größten Einfluss. So bleiben wir dynamisch.

Was sind eure Vorteile, besonders im urbanen Raum?
Die Liste der Nachteile wäre kürzer: Regen – Ende! Mal ehrlich: Lieferwagen und Transporter, PKWs mit einzelnen Personen darin, das sollte doch längst der Vergangenheit angehören. Das dem nicht so ist beweist, wie rückschrittlich unsere Gesellschaft ist. Unter der Autolobby beugt sich die Politik, obwohl sie in wenigen Jahren die Lebensqualität der Städte für alle ihre Bewohner um ein Vielfaches steigern könnte. Das würde ein stabileres Gesundheitssystem bedeuten, weniger Unfälle, weniger Gewalt… auch hier könnten wir jetzt eine lange Liste starten.

Wie oft müsst ihr denn argumentieren, dass etwas geht?
Hervorragende Anmerkung! Gefühlt alle 5 Minuten. Im Endeffekt sind wir uns sicher, wenn die Menschen verstehen würden wie viel auf einem Lastenrad geht, hätten wir mehr zu tun als wir derzeit an Kapazitäten haben. Was dann wiederum mehr Kurier*innen Arbeit geben würde – also Leute, probiert es aus!

Was war bisher das verrückteste oder größte, das ihr transportiert habt?
Es gab so ein paar Meilensteine. Unsere erste Lieferung mit 120 Flaschen Wein war sicher dabei, meine persönliche größte Herausforderung waren ca. 95 kg Feinkostwaren, die sehr voluminös und schwierig gestapelt ohne Anhänger einen Weg von 20 km hinter sich legen mussten. Ansonsten die Klassiker: Möbel, Sofas, Kühlschränke, maximale Anzahlen von Menschen… wir probieren uns permanent aus! 

Und wo stoßt ihr an eure Grenzen?
Momentan arbeiten wir im Gespann mit dem Hänger mit einem Gewichtsmaximum von 150 kg. Ganz einfach aus dem Grund, dass wir die erforderliche Kraft aus unseren Beinen holen müssen. Auf lange Sicht kann man das nicht maximieren. Solange wir ohne andere Antriebe arbeiten, wird das so bleiben. Aber Volumen! Da gehen gefühlt ganze Häuser.

Zum Abschluss noch kurz etwas träumen: Wie sieht eure Stadt der Zukunft aus?
Eine Stadt der Solidarität. Eine Stadt, die als Raum von allen mitgestaltet wird – wirklich gleichberechtigt und solidarisch. Eine Stadt, in der nur noch die vier Autos durch die Gegend fahren, die nach aktuellem Stand der Technik keine andere Wahl haben und in der ansonsten jede Menge Platz und Luft und Ruhe ist. Keine zugeparkten Hauptstraßen, sondern Alleen mit Platz zum Sitzen. Eine Stadt die nazifrei ist und in der sexuelle Gewalt ein vergangener Schrecken ist. Eine Stadt die an allen Stellen ihre Diversität widerspiegelt, eine Gesellschaft der Vielen und der Toleranz. Und in die vielleicht sogar wieder ein paar mehr Tiere zurückkommen, weil es langsam schöner wird.

Ein letztes Wort?
#leavenoonebehind!

Danke Jérôme und gute Fahrt! 

Kaffeeform arbeitet seit Beginn eng mit Crow zusammen, sie sammeln unter anderem unseren Kaffeesatz in Berlin. Mehr über unsere Arbeit und Produktion könnt ihr hier erfahren.

 

Bilder von Crow Courier Collective & Kaffeeform.

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